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Selen – Selenmangel als Ursache vieler Beschwerden

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BEITRAG BEI ZENTRUM DER GESUNDHEIT

Selenmangel ist gerade in Deutschland mit seinen selenarmen Böden weit verbreitet. Da Selen als wichtiges Antioxidans für die körpereigene Entgiftung unverzichtbar ist und außerdem Schwermetalle binden und ausleiten kann, sollte ein Selenmangel vermieden werden.

Autor: Carina Rehberg

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner

Selenmangel ist weit verbreitet

Selen ist ein essentielles Spurenelement. Es wird also nur in Spuren benötigt, die jedoch regelmäßig aufgenommen werden sollten. Essentiell bedeutet, dass Selen mit der Nahrung zugeführt werden muss, der Körper Selen also nicht etwa selbst herstellen kann.

Gerade das aber ist in manchen Regionen der Erde ein Problem – u. a. in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern. Denn hier sind die Böden so selenarm, dass auch Landwirte Ihren Nutztieren selenangereichertes Futter geben oder das Grünland mit Selen düngen müssen, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.

In Finnland werden wegen selenarmer Böden schon seit den 1980er Jahren regelmäßig selenhaltige Düngemittel ausgebracht. In Deutschland ist das routinemäßig noch nicht der Fall.

Selenmangel verstärkt sich mit dem Klimawandel

Gerade einseitige Düngungsgewohnheiten (sulfathaltige Düngemittel) trugen in der Vergangenheit zur Selenarmut der Böden bei. Starke Regenfälle, die im Laufe des Klimawandels immer häufiger auftreten, schwemmen zusätzlich Selen aus dem Boden. Gleichzeitig kommt es immer wieder zu anhaltenden Trockenperioden, was ebenfalls ungünstig ist, da ein feuchter Boden Selen besser halten kann.

Befinden sich im Boden Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium und Blei oder Aluminium (Leichtmetall) und Arsen (Halbmetall) (vor allem in Industriezentren und Ballungsgebieten), dann bindet sich Selen an die Metalle, so dass ein schwerlöslicher Selen-Komplex entsteht.

Unter anderen Voraussetzungen stellt die Fähigkeit, Schwermetalle zu binden, eine ausgesprochen wertvolle Eigenschaft des Selens dar – beispielsweise im menschlichen Körper.

Im Boden jedoch ist diese Fähigkeit zur Komplexbildung im Hinblick auf die Selenversorgung des Menschen eher von Nachteil, da die Pflanze das Selen in dieser gebundenen Form nicht mehr verwerten und somit auch nicht an den Menschen weiter geben kann. Ein Selenmangel ist heutzutage daher weitaus verbreiteter, als allgemein angenommen wird.

Selen ist für die Gesundheit unverzichtbar

Selen befindet sich in unterschiedlicher Konzentration in allen Organen und Geweben unseres Körpers. Die Leber, die Nieren, das Herz, die Bauchspeicheldrüse, die Milz, das Gehirn, die Augen, die Hoden, die roten Blutkörperchen sowie die Blutplättchen enthalten größere Selenmengen. Mit etwa 40 Prozent ist der größte Anteil an Selen jedoch in der Skelettmuskulatur gespeichert.

Bei einem Selenmangel kommt es automatisch zu einer Umverteilung der Selenspeicher. Das wenige vorhandene wird nun bevorzugt in jene Gewebe und Organe eingebaut, die der Aufrechterhaltung wichtiger Körperfunktionen dienen.

Hierzu zählen in erster Linie die Hypophyse, die Zirbeldrüse, die Schilddrüse, die Nebenschilddrüsen, die Bauchspeicheldrüse und die Nebennieren.

Aber auch die Fortpflanzungsorgane sowie das zentrale Nervensystem müssen unbedingt mit Selen versorgt werden, um ordnungsgemäß funktionieren zu können.

Dieser Fakt macht deutlich, welchen Stellenwert das Spurenelement Selen trotz seiner minimal benötigten Mengen auf die Gesunderhaltung des Körpers hat.

Selen schützt als Antioxidans alle Zellen

Selen zählt zu den wichtigen Antioxidantien, die den Körper vor gefährlichen freien Radikalen schützen. Freie Radikale greifen zunächst die Zellwände an, gelangen so ins Zellinnere und zerstören schließlich die ganze Zelle.

Das ist der Beginn unterschiedlichster Erkrankungen. Augenkrankheiten, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs zählen ebenso dazu wie Multiple Sklerose und Parkinson (entsteht beim Angriff freier Radikale auf Nervenzellen), Alzheimer (beim Angriff auf Gehirnzellen) sowie viele andere mehr.

Erkrankungen die mit chronischen Entzündungsprozessen einhergehen, wie beispielsweise Arthritis, Colitis Ulcerosa, Schilddrüsenentzündung etc., werden durch freie Radikale in Gang gehalten, da sie immer wieder neue Entzündungsschübe auslösen.

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