BEITRAG VON RENÉ GRÄBER –
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
2026. Vier Jahre nach „Corona“. Und es hört immer noch nicht auf. Es gibt imer noch Wochen, da muss man die Nachrichten nur nebeneinanderlegen und die Pointe schreibt sich dann fast von selbst.
Während man uns in Deutschland gerade wieder erklärt, die Corona-„Impfung“ habe die Sterblichkeit in Europa um 57 Prozent gesenkt, bekennt sich in den USA ein langjähriger Fauci-Berater schuldig, Corona-Kommunikation gezielt vor der Öffentlichkeit verborgen zu haben.
Anthony Fauci selbst erscheint unterdessen vor einem Senatsausschuss und verweigert unter Berufung auf den Fünften Verfassungszusatz Antworten.
Eine Studie über 3,1 Millionen zusätzliche Todesfälle in 47 westlichen Ländern wird nach zwei Jahren Untersuchung vollständig zurückgezogen.
Und Novak Djokovic (ja, der Tennisspieler) erklärt rückblickend über seine Abschiebung aus Australien: „Es war alles politisch.“
Das sollte man sich alles einmal in Ruhe ansehen. Denn bei all diesen Geschichten geht es letztlich um dieselbe Frage:
Wie viel von dem, was uns zwischen 2020 und 2022 als zwingende medizinische Notwendigkeit verkauft wurde, war tatsächlich Wissenschaft — und wie viel davon war Politik, Kommunikation und gewünschte Wirkung auf die Bevölkerung?
Ja, ich weiß… Sie wissen viele dieser Dinge. Aber die Mehrheit in Deutschland glaubt anscheinend immer noch, dass alles mit Rechten Dingen zugegangen sei.
Also: beginnen wir mit David Morens.
David M. Morens war von 2006 bis 2022 Senior Advisor im Büro des Direktors des amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases, kurz NIAID. Der Direktor hieß damals bekanntlich Anthony Fauci. Fauci war in den USA weitaus mächtiger als z.B. ein Herr Wieler beim RKI in Deutschland.
Am 18. August 2026 bekannte sich Morens vor einem US-Bundesgericht schuldig: Verschwörung zur Begehung von Straftaten und zum Betrug an den Vereinigten Staaten.
Das ist keine Interpretation irgendeines „alternativen Mediums“. Das steht in der Mitteilung des amerikanischen Justizministeriums.
Und worum ging es?
Um Kommunikation über Coronavirus-Forschung und Forschungsgelder. Um EcoHealth Alliance. Um Fledermaus-Coronaviren. Um das Wuhan Institute of Virology. Und um die Bemühungen, der These entgegenzutreten, SARS-CoV-2 könne aus einem Labor stammen.
Morens und andere rechneten damit, dass ihre Kommunikation irgendwann über das amerikanische Informationsfreiheitsgesetz FOIA angefordert werden könnte.
Die Lösung war offenbar bemerkenswert einfach: Man wich auf Morens‘ privates Gmail-Konto aus. Das Justizministerium schreibt ausdrücklich, die Beteiligten hätten vereinbart, ihre Kommunikation absichtlich vor der Öffentlichkeit zu verbergen.
Über dieses Privatkonto wurden nicht öffentliche NIH-Informationen ausgetauscht, Schreiben an die NIH-Führung bearbeitet und Informationen über einen „Back Channel“ an einen hochrangigen NIAID-Funktionär weitergegeben.
Es wird sogar noch bizarrer…
Zum Schuldeingeständnis gehört laut Justizministerium auch eine Vereinbarung über unzulässige Zuwendungen. Morens erhielt Wein für seine (so steht es tatsächlich in den Unterlagen) „behind-the-scenes shenanigans“. Im Zusammenhang damit wurde sogar über einen wissenschaftlichen Kommentar gesprochen, der für einen natürlichen Ursprung von SARS-CoV-2 argumentieren sollte.
So etwas hätte man 2021 einmal als Drehbuch für einen Film anbieten sollen. Die Antwort wäre vermutlich gewesen: zu „verschwörungstheoretisch“.
Und während E-Mails verschwinden sollten, führte Fauci Tagebuch. Man muss diese Ironie fast bewundern. Anthony Fauci führte während der Pandemie umfangreiche Tagebuchaufzeichnungen. Mehr als tausend Seiten daraus wurden inzwischen öffentlich.
Am 26. Januar 2020 schrieb Fauci über die ersten Infektionen in Wuhan:
„Now we know the market was not the source, it was the amplifier.“
Der Markt sei also nicht die Quelle gewesen, sondern der Verstärker.
Aber er zeigt etwas anderes sehr deutlich:
Die Geschichte vom Wuhan-Markt als Ursprung war intern bereits Ende Januar 2020 keineswegs so eindeutig, wie es später teilweise dargestellt wurde. Und in den folgenden Tagen wurde unter Wissenschaftlern durchaus über ungewöhnliche Virusmerkmale und die Möglichkeit eines Laborzusammenhangs diskutiert. Genau diese „Unsicherheit“ verschwand später erstaunlich schnell aus der öffentlichen Kommunikation.
Übrigens: Luc Montagnier wies als einer der ersten darauf hin, dass das Virus nicht natürlichen Ursprungs sein könne. Und mehr noch… er sprach von einer Art V-Aids. Ich hatte dazu in folgendem Beitrag Stellung genommen:
„V-AIDS und die Corona-Impfungen: Eine neuartige Schwäche des Immunsystems?“
https://freie-impfentscheidung.de/v-aids-corona-impfungen-neuartige-schwaeche/
Noch interessanter wird die Sache dadurch, dass Fauci am 29. Juli 2026 vor dem Homeland Security and Governmental Affairs Committee des US-Senats erscheinen musste. Themen: Corona-Ursprung, riskante Virusforschung und seine Tätigkeit als Regierungsbeamter.
Fauci kündigte dort an, Fragen unter Berufung auf den Fünften Verfassungszusatz, also das Recht, sich nicht selbst belasten zu müssen, nicht zu beantworten. Das geht auch aus den offiziellen Senatsunterlagen hervor.
Und Deutschland?
Hier läuft die Zeit offenbar etwas anders.
FOCUS Online titelte am 19. August:
„Covid-Impfung senkte Sterblichkeit in Europa um 57 Prozent.“ FOCUS Online: Covid-Impfung senkte Sterblichkeit in Europa um 57 Prozent (Link)
57 Prozent!
Da können sich die „Zeugen Coronas“ eigentlich wieder beruhigt schlafen legen… Nur: Diese 57 Prozent sind kein beobachteter Rückgang der europäischen Gesamtsterblichkeit um 57 Prozent. Die Zahl stammt aus einer WHO-geführten Veröffentlichung. Die Forscher kombinierten gemeldete Covid-Todesfälle, Impfquoten, Altersgruppen, Zeiträume und Wirksamkeitsschätzungen aus anderen Untersuchungen und berechneten daraus ein kontrafaktisches Szenario: Wie viele Covid-Todesfälle hätte es vermutlich ohne Impfungen gegeben?
Das Ergebnis dieses „Modells“ lautet rund 1,4 Millionen verhinderte Todesfälle beziehungsweise 57 Prozent weniger Covid-Tote. Die Arbeit wurde später auch als retrospektive Surveillance-Studie im Lancet Respiratory Medicine veröffentlicht.
Und falls Sie es überlesen haben: das Ganze war eine Modellrechnung. Eine Modellrechnung ist keine direkt beobachtete Realität. Wenn ich aus angenommenen „Impfwirksamkeiten“ berechne, wie viele Menschen ohne Impfung gestorben wären, dann beobachte ich diese Menschen nicht, es ist nur ein hypothetischer Vergleich.
Wir hatten ähnliche Diskussionen während Corona dauernd. Modellrechnungen dienten dazu die Republik in Angst und Schrecken zu versetzen, Lockdowns zu rechtfertigen und noch mehr.
Einer der da nicht mehr mitmachen wollte, war u.a. der Mathematiker Professor Stephan Luckhaus. Im Dezember 2020 trat er aus der Leopoldina aus. Begründung: „Protest gegen die Corona-Desinformations-Politik der Nationalakademie oder genauer des Präsidiums“. Ich hatte seinerzeit dazu berichtet:
https://www.yamedo.de/blog/prof-luckhaus-leopoldina-corona/
Zurück zu den angeblichen 57%. Es lohnt sich immer, bei großen Prozentzahlen eine ziemlich einfache Frage zu stellen: Was wurde tatsächlich gemessen und was wurde berechnet?
Diese Frage hätte uns schon 2020 einiges erspart!
Besonders hübsch wird es bei der Übersterblichkeit
Denn fast zeitgleich passiert etwas, das wunderbar in dieses Bild passt. 2024 erschien in BMJ Public Health eine Arbeit über die Übersterblichkeit in 47 westlichen Ländern.
Die Autoren errechneten für 2020 bis 2022 insgesamt: 3.098.456 zusätzliche Todesfälle.
Also rund 3,1 Millionen Menschen.
Die Studie bewies zwar nicht, dass diese Menschen an Corona-Impfungen gestorben waren. Das behaupteten die Autoren auch nicht. Sie forderten vielmehr, die Ursachen dieser anhaltenden Übersterblichkeit gründlicher zu untersuchen und nannten dabei neben Covid selbst auch Auswirkungen der Corona-Maßnahmen und mögliche Impfnebenwirkungen der Gentech-Spritzen.
Und genau diese Veröffentlichung ist jetzt komplett zurückgezogen worden.
BMJ begründet die Retraktion mit „Misinformation“ bei der Diskussion möglicher Todesursachen sowie einer zu geringen eigenen wissenschaftlichen Leistung der Arbeit. Bemängelt wurde außerdem eine unausgewogene Literaturauswahl und eine überproportionale Beschäftigung mit möglichen negativen Folgen der Impfungen.
ACH WAS? Nun kann man diese Kritik durchaus diskutieren. Interessant ist allerdings etwas anderes:
Bei den Autoren, die vom beteiligten Princess Máxima Center untersucht wurden, fand die Untersuchung laut BMJ keine Hinweise auf böswillige Absicht, Datenfabrikation, Datenfälschung oder Plagiat. Die 3,1 Millionen zusätzlichen Todesfälle verschwinden durch diese „Retraktion“ ohnehin nicht.
Zurückgezogen wurde die wissenschaftliche Veröffentlichung und insbesondere ihre Interpretation. Damit haben wir eine bemerkenswerte Konstellation:
Auf der einen Seite wird eine Modellrechnung über 1,4 Millionen vermeintlich gerettete Leben medial zur Schlagzeile: „Impfung senkte Sterblichkeit um 57 Prozent.“
Auf der anderen Seite wird eine Studie über 3,1 Millionen tatsächlich errechnete zusätzliche Todesfälle zurückgezogen, weil unter anderem ihre Diskussion möglicher Ursachen als unausgewogen und teilweise fehlinformierend bewertet wird.
Aha. So macht man das also…
Gelten für erwünschte und unerwünschte Ergebnisse tatsächlich dieselben Maßstäbe?
Zu diesem Fall habe ich gerade ausführlich geschrieben:
https://renegraeber.de/blog/corona-studie-uebersterblichkeit-zurueckgezogen/
Und dann wäre da noch Novak Djokovic
24 Grand-Slam-Titel, zehnmal Sieger der Australian Open, Olympiasieger; einer der erfolgreichsten Tennisspieler aller Zeiten.
Und einer der ganz wenigen Weltstars, die 2021 und 2022 bereit waren, für ihre Entscheidung gegen die Corona-Impfung tatsächlich einen erheblichen Preis zu bezahlen.
Keine Turnierteilnahmen, keine Weltranglistenpunkte, Preisgeld, Sponsoren, öffentliche / mediale Reputation. Djokovic blieb trotzdem bei seiner Entscheidung.
Nun hat er in der neuen Dokumentation Novak Djokovic: The Wolf in Winter ausführlich über seine Abschiebung aus Australien Anfang 2022 gesprochen.
Sein Urteil heute: „It was all political.“ (Es war alles politisch)
Und: „It had nothing to do with medical.“ (Es hatte nichts mit Medizin zu tun)
Das könnte man als nachträgliche Verbitterung eines Sportlers abtun. Nur braucht man Djokovic für diese Einschätzung gar nicht. Man kann die australischen Regierungs- und Gerichtsunterlagen lesen.
Der damalige Einwanderungsminister Alex Hawke annullierte Djokovics Visum offiziell aus Gründen von „health and good order“ und weil die Abschiebung im öffentlichen Interesse liege, siehe: https://minister.homeaffairs.gov.au/AlexHawke/Pages/statement-regarding-mr-novak-djokovic.aspx
In den Gerichtsunterlagen wird es noch deutlicher. Dort wird ausdrücklich beschrieben, dass Djokovics Anwesenheit in Australien die impfkritische Stimmung fördern und die Impfkampagne beeinträchtigen könne. Bemerkenswerterweise akzeptierte der Minister zugleich, dass Djokovic aufgrund seiner kurz zuvor durchgemachten Infektion ein vernachlässigbares Covid-Risiko für andere darstelle.
Lesen Sie den letzten Satz ruhig noch einmal. Es ging also spätestens bei der endgültigen Entscheidung nicht nur darum: Ist dieser Mann medizinisch eine Gefahr?
Sondern auch:Was bewirkt seine Anwesenheit bei anderen Menschen?
Und genau das ist Politik.
Man muss sich außerdem noch einmal daran erinnern, wie Australien damals aussah
Australien verfolgte lange eine ausgesprochen harte Eliminationsstrategie.
Grenzen wurden geschlossen. Einreisen massiv begrenzt. Menschen mussten in staatlich organisierte Quarantäne.
Howard Springs wurde auf eine Kapazität von bis zu 2.000 Personen pro zwei Wochen ausgebaut. Queensland ließ bei „Wellcamp“ eine eigens errichtete Quarantäneeinrichtung mit 1.000 Betten bauen. Die offiziellen Bezeichnungen lauteten „Centre for National Resilience“ beziehungsweise „Queensland Regional Accommodation Centre“.
Wer beim Wort „Quarantänelager“ heute Schnappatmung bekommt, darf gern die offizielle Bezeichnung verwenden. Die Gebäude und Zäune werden dadurch nicht unsichtbar. Hier eines der seltenen Videos aus so einem Lager: https://t.me/corona_best_of/2202 (Leider nur auf Telegram zu sehen).
Auch Deutschland war von dieser „Null-Covid-Lager-Denkweise“ keineswegs Lichtjahre entfernt.
2021 fand die sogenannte No-Covid-Strategie prominente Sympathisanten. Die ZEIT nannte damals ausdrücklich Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder und Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker.
Ich hatte damals mehrfach vor dieser Vorstellung gewarnt, ein respiratorisches Virus lasse sich durch immer härtere gesellschaftliche Eingriffe einfach auf null administrieren. Dazu beispielsweise: https://renegraeber.de/blog/lockdown-maerchen/
Und die sterile Immunität?
Auch das gehört zur Djokovic-Geschichte.
Denn die Impfstoffe erzeugten keine verlässliche sterile Immunität.
Bereits bei Delta erklärte selbst die amerikanische CDC ausdrücklich, dass vollständig Geimpfte mit Durchbruchsinfektionen das Virus an andere weitergeben konnten.
Genau deshalb war schon die gesellschaftliche Erzählung von der „Pandemie der Ungeimpften“ eine glatte Lüge! Dazu hatte ich bereits 2021 geschrieben: https://renegraeber.de/blog/die-angebliche-pandemie-der-ungeimpften/
Und jetzt?
- Ein hochrangiger Fauci-Mitarbeiter gesteht, Kommunikation zu Coronavirus-Forschung gezielt vor der Öffentlichkeit verborgen zu haben.
- Fauci selbst verweigert vor einem Senatsausschuss unter Berufung auf sein Recht gegen Selbstbelastung Antworten.
- Alte interne Dokumente zeigen, dass über Fragen gesprochen wurde, die öffentlich sehr schnell als Verschwörungstheorien abgetan wurden.
- Eine Studie zur Übersterblichkeit wird wegen ihrer Diskussion möglicher Ursachen zurückgezogen.
- Gleichzeitig wird eine modellierte Zahl von 57 Prozent wieder als beinahe unumstößliche Wahrheit durch die Schlagzeilen getragen.
- Und Novak Djokovic sagt vier Jahre nach seiner Abschiebung: Es war politisch.
Wenn man sich dann noch anschaut was in dieser Enquete Kommission des Bundestags „besprochen“, geleugnet, verhindert und verdreht wird, kann einem nur noch schlecht werden.
Danke – keine weiteren Fragen.
Ich wünsche Ihnen Alles Gute!
Ihr
René Gräber
P.S.: Warum ich nicht mehr alles öffentlich schreibe
Seit 2020 hat sich der Spielraum für kritische Stimmen spürbar verändert. Sichtbarkeit im Netz? Heute eine Frage des Narrativs. Was nicht passt, wird gedrosselt – technisch, algorithmisch, ganz ohne Zensur-Stempel.
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