Süßstoff aus Stevia-die große Irreführung

Süßstoff aus Stevia-die große Irreführung

Steviolglycoside ist nicht Stevia

Süß essen und dabei schlank und gesund bleiben, davon träumt jeder Mensch und dieser Traum soll jetzt mit Stevia-Süßstoff in Erfüllung gehen.

Kaum, dass dieser Süßstoff in der EU zugelassen wurde, schießen Produkte wie Fruchtsaftgetränke, Limonaden, Puddings, Fruchtjoghurts, Desserts, Snacks, Fertiggerichte, etc wie Schwammerl aus dem Boden und werden massiv mit „gesund“ und „natürlich“ beworben.

Schauen wir uns doch diesen Süßstoff genauer an:

  • Es ist nicht richtig, von Stevia-Süßstoff zu sprechen, da sich die Zulassung auf Steviolglycoside bezieht, das sind anteilige Inhaltsstoffe der Steviapflanze und nicht auf die ganze natürliche Pflanze. Die Pflanze selbst ist offiziell nicht zugelassen.
  • Von „natürlich“ kann keine Rede sein, da der Süßstoff wie jeder andere auch, ein Laborprodukt ist. Durch aufwendige chemische Verfahren (unter anderem Entfärbung, Entsalzung, Kristallisation) werden Steviolglycoside gewonnen. Und nur weil das „Ursprungsmaterial“ eine natürliche Pflanze ist, darf man das Endprodukt nicht als natürlich bezeichnen ! Medizinjournalist und Diätologe Sven-David Müller: „Steviolglycoside aus den Laboren der Chemieindustrie bringen keinerlei Vorteile gegenüber bereits lange zugelassenen Süßstoffen“ und „Für Süßstoffe steht fest, dass Steviolglycosid keine Vorteile gegenüber anderen Süßstoffen wie Aspartam, Saccharin, Cyclamat oder Acesulfam hat…“
  • Die werbewirksamen Schlagworte „gesund“ und „natürlich“ für mit diesem Süßstoff versehene Produkte sind in der EU (im Gegensatz zu der Schweiz !) erlaubt. Dieser Sachverhalt wird derzeit in der EU geprüft und es bleibt abzuwarten, wie entschieden wird.
  • Von „bio“ bei diesem Süßstoff kann ebenfalls keine Rede sein, da es keine Kontrollen gibt. Aufgrund des großen Bedarfs werden die Pflanzen in Monokulturen angebaut.
  • Zum Thema „schlank“: In den USA ist der Süßstoff (nicht jedoch die Stevia-Blätter) seit 25 Jahren zugelassen, trotzdem gibt es dort weltweit die meisten Übergewichtigen ! Es ist inzwischen bekannt, dass man durch Süßstoffe bzw. kalorienreduzierte Produkte, auch „Light-Produkte“ nicht dauerhaft abnehmen kann – im Gegenteil, Studien bestätigen, dass die Menschen später an Gewicht zulegen. Süßstoffe werden auch in der Schweinemast eingesetzt !
  • Zum Thema „gesund“: 2008 wurde der Süßstoff von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Aber welchen Wert hat dieser GRAS-Status ? Zur Erinnerung: Die FDA hat in den Achtzigerjahren auch dem Fabrikzucker den Unbedenklichkeitsstatus (sog. GRAS-Status) verliehen und medial verkündet, dass Fabrikzucker nicht zu Diabetes, Übergewicht, Herzkrankheiten, etc führt und keine nachteilige Effekte hat … obwohl eine Vielzahl von wissenschaftlichen und unabhängigen Ernährungsforschern nachwies, dass Fabrikzucker ursächlich an der Entstehung von ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten beteiligt ist. Tatsächlich weisen die ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten von Jahr zu Jahr Steigerungsraten auf und es gibt immer mehr kranke Menschen.
  • Wie für andere Süßstoffe auch, gibt es empfohlene Höchstaufnahmemengen. Da Studien auf eine mögliche gesundheitsschädigende Wirkung des Abbauprodukts von Steviosid, nämlich Steviol, hinweisen, wurde eine Tageshöchstmenge von 4 mg pro Kilo Körpergewicht festgesetzt. Es hat sich herausgestellt, dass dieser Wert bei Kindern, wenn sie derartige Getränke konsumieren, überschritten werden kann.
  • Die zwei weltgrößten Hersteller von Steviolglycosiden sind in China, das heißt 95 % dieses Süßstoffs werden aus China importiert. Die Produktion erfolgt nicht nur durch chemische Verfahren, sondern mit sehr hohem Energieeinsatz.
  • Mit der südamerikanischen Pflanze Stevia rebaudiana hat der neue Süßstoff nicht viel gemeinsam. Wie bereits erwähnt, bezieht sich die Zulassung der EU auf den Süßstoff und nicht auf das Stevia-Kraut.
  • Der Süßstoff trägt als Zusatzstoff die Bezeichnung E 960.
  • Ein Grund, warum gerade jetzt dieser Süßstoff zugelassen und bereits Patente darauf bestehen könnte sein, dass für die herkömmlichen Süßstoffe die Patente langsam auslaufen. Aufgrund der riesigen Medienkampagnen könnte sich ein Milliardengeschäft ergeben …Stevia hält mit 3,25 Mio. Einträgen auf Google im Vergleich zu allen anderen Süßstoffen einen Mega-Rekord.
  • Wie sehen die praktischen Erfahrungen mit dem Süßstoff aus ? Der Süßstoff hat einen ziemlich gewöhnungsbedürftigen (metallischen) Eigengeschmack, daher werden meistens nur 50% des Fabrikzuckers durch Süßstoff ersetzt. Da bei einer Erhitzung über 120 Grad ein Großteil der Süßkraft verloren geht, gibt es einen eigenen Süßstoff fürs Backen. Durch den fehlenden Fabrikzucker fehlt es an Volumen, meistens wird dies durch höhere Mengen von Tiereiweißprodukten wie Joghurt, Topfen und/oder Eier kompensiert, was aus gesundheitlicher Sicht auch nicht empfehlenswert ist. Schaut man sich in diversen Internet-Foren um, wo die Backerfahrungen zum Süßstoff ausgetauscht werden, so sehen diese sehr enttäuschend aus, viele warfen den Kuchen weg, weil er nicht genießbar war. Für ein Mürbteigrezept im Internet mit 200 g Mehl werden zum Süßen 5 EL Honig und 50 Tropfen Süßstoff verwendet !! In der Vollwert-Backstube werden für 200 g Vollkornmehl höchstens 4 EL Honig verwendet und sonst nichts !

Zusammenfassung und Alternativen

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es sich bei diesem Süßstoff um ein stark verarbeitetes Fabrikprodukt handelt, das in der Vollwertküche keinesfalls verwendet wird. Die Devise für eine gesunderhaltende Ernährung lautet nämlich „Alles, was wir essen, sollte so natürlich wie möglich sein“, also das „Ursprungs-Lebensmittel“ sollte so wenig wie möglich verändert werden.

Um Back-Erfahrungen mit dem natürlichen Zuckerkraut zu sammeln, habe ich Steviapflanzen, welche in Gärtnereien erhältlich sind, gekauft und einerseits einen starken Teeauszug zubereitet und andererseits getrocknetes Steviapulver verwendet und damit zwei Mürbteigböden gebacken.

Beide Tortenböden waren eher hart, sind nicht aufgegangen, haben wie Kekse geschmeckt und waren überhaupt nicht süß. Ich habe sie für ein Erdbeer-Tiramisu verwendet.

Fazit: abgesehen von den schlechten Backergebnissen, wäre es viel zu zeitaufwendig, sich eine kleine „Steviapflanzen-Plantage“ zu halten, um den Teeaufguss oder das Pulver laufend selbst herzustellen.

Die besten Alternativen zu Fabrikzucker und Süßstoffen sind die sparsame Verwendung von Honig (am besten österreichischer Honig von umliegenden Imkern, die eher neutral schmecken wie beispielsweise Akazienhonig), süßes Obst und Trockenfrüchte. Damit können Vollkornkuchen, Mehlspeisen und Desserts gesüßt werden.

Limonaden und Fruchtsaftgetränke sind keine Durstlöscher und wir sollten auf alle gesüßten Getränke jedweder Art verzichten! Zum Durstlöschen eignen sich am besten Wasser und ungesüßte Tees. Falls ungesüßter Apfelsaft, Traubensaft oder Birnensaft (am besten von österreichischen bäuerlichen Anbietern) verwendet wird, so sollte er stark verdünnt werden.

Grundsätzlich geht es darum, dass wir die Sucht und den Drang nach der Droge SÜSS sukzessive abbauen und uns die Süße auf eine andere Art und Weise ins Leben holen !

Hier noch ein Rezeptvorschlag:

Mürbteigboden tierisch eiweißfrei

200 g Dinkel frisch vermahlen, 50 g Haselnüsse gemahlen, 1 TL Weinstein-Backpulver,

125 g Butter, 2 – 3 EL Honig, 1/8 l Schlagobers, 1/8 l Wasser

Mehl, Nüsse und Backpulver mischen. Weiche Butter mit Honig schaumig rühren, Mehlmischung und Flüssigkeit nach und nach einrühren. Die Masse soll gut streichfähig sein.

Dieses Grundrezept ist einfach, kann beliebig abgewandelt werden (Mandeln, Kakao, Rum, etc) und für verschiedene Kuchenvarianten (Obsttortenboden, Obstkuchen, Linzerkuchen, etc) verwendet werden.

Ich wünsche gutes Gelingen !

Ingrid Weber

Gesundheitsförderung und Bewusstseinsarbeit / Diplomlehrgang ErnährungstrainerIn

QUELLENHINWEISE: www.ingrid-weber.at, www.initiative.cc

 

DISCLAIMER: Diese Informationen sind keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.

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