OPC –  Antioxidantie aus den Traubenkernen

OPC – Antioxidantie aus den Traubenkernen

Der Begriff OPC steht für Oligomere Proanthocyanidine. Diese kann man sich wie kurze Ketten aus mehreren einander gefügten antioxidativen Molekülen vorstellen, diese antioxidativen Moleküle bezeichnet man als Proanthocyanidine (Catechin und Epicatechin). Mehrere Catechine aneinandergereiht ergeben dann ein OPC Molekül.

OPC ist somit ein Begriff, der langkettige Antioxidantien beschreibt, die mitunter auch im Grünen Tee vorkommen, sowie auch in der Meereskiefer und Erdbeeren, aber in der Regel in Form des Traubenkernextrakts angeboten werden.

OPC als Antioxidant

OPC ist ein recht effektiver Antioxidant, der direkt diverse freie Radikale bindet, welche sonst Zellbestandteile wie die erbguttragende DNA beschädigen können. Darunter fallen das Wasserstoffperoxid und das Hydroxylradikal, welche auch innerhalb der Zellkraftwerke (Mitochondrien) im Übermaß Schaden anrichten können. Aus in vitro Versuchen mit Zellen weiß man, dass OPC wirksamer ist als Vitamin E, Vitamin C und ß-Carotin in der gleichen Konzentration und Schäden durch freie Radikale besser abwehrt.

Häufig wird der ORAC Wert im Zusammenhang mit OPC und dem Traubenkernextrakt erwähnt. Dieser ist ein Messwert für die antioxidative Wirkung einer Substanz. Die Abkürzung steht für Mikro Mol Trolox Equivalent (µmol TE/100 g), wobei die Antioxidans Trolox (Vitamin E ähnlich) als Maßstab genommen wird. Je höher der ORAC Wert umso wirksamer ist eine Antioxidantie.

In klinischen Versuchen verbesserte OPC die antioxidative Abwehr der Probanden. So in einer OPC Studie mit übergewichtigen Diabetikern, die aufgrund ihrer Erkrankung generell einem größeren oxidativen Stress ausgesetzt sind. Diese bekamen 28 Tage lang täglich eine Dosis von 200 mg eines Traubenkernextrakts mit einem ORAC Wert von 20.000 µmol/TE. Die Forscher stellten eine Verminderung der Oxidation im Blut der Patienten fest, sowie eine gesteigerte Aktivität des antioxidativen Enzyms Glutathionperoxidase (GPX) das die körpereigene Antioxidans Glutathion regeneriert. Eine weitere Studie mit Diabetikern und OPC, konnte diese Ergebnisse bestätigen, da die Einnahme von 600 mg OPC täglich das antioxidative Glutathion um 30 % im Blut der Teilnehmer anheben konnte.

Antioxidantien sind keine Wundermittel, aber sie können zu einem Schutz des Herzkreislaufs beitragen, indem sie die Oxidation des LDL-Cholesterins reduzieren, welches an der Bildung von Plaques und Gefäßverkalkung beteiligt ist.

OPC für ein gesünderes Herz?

Ein Großteil der klinischen OPC Forschung hat sich auf die Auswirkungen auf den Herzkreislauf fokussiert, jedoch nur mit gemischten Erfolgen. Eine umfangreiche Auswertung mehrerer klinischer OPC Studien aus dem Jahr 2015 konnte nur eine mäßige Blutdrucksenkung beobachten. Betrachtete die Forscher jedoch nur die Auswirkungen bei jenen Teilnehmern die an Übergewicht und Bluthochdruck litten, so fiel die Blutdrucksenkung deutlicher aus, nämlich bei 4-5 mm Hg, die durchaus ausreicht um eine Reduktion des Herzinfarktrisikos mit sich zu bringen.

Eine weitere Meta Analyse von über 9 Studien erkannte dafür keine Veränderungen der Cholesterinwerte und auch die Entzündungswerte wurden durch das OPC nicht beeinflusst.

Dagegen erzielte ein klinischer Versuch mit Probanden, die an einer Verkalkung der Halsschlagader erkrankt waren, sehr interessante Ergebnisse. Diese nahmen 2 Jahre lang täglich eine Dosis von 200 mg OPC oder aber bekamen ein Placebo. Bei den behandelten Teilnehmern reduzierte sich die Verdickung der Halsschlagader um 4-5 % nach einem halben Jahr und weiter um 6 % zum Ausgangswert nach 2 Jahren. Die Kalkablagerungen in dem Gefäß verringerten sich um 33 % was beträchtlich ist.

OPC bei Diabetikern

Ein OPC Extrakt reduzierte bei Menschen mit Diabetes 2 die Blutzuckerwerte nüchtern und postprandial (nach einer Mahlzeit). Dies ist eventuell auf die Aktivierung der AMP-Kinase zurückzuführen, einem Protein innerhalb der Zellen, das zentral für Stoffwechselvorgänge ist und auch den Blutzucker reguliert. Das Diabetesmedikament Metformin aktiviert auch die AMP-Kinase, was wiederum die Produktion von Zuckern in der Leber reduziert und die Zuckeraufnahme aus dem Blut verbessert. Die OPC Wirkung ist natürlich nicht mit einem Medikament vergleichbar und ersetzt dieses nicht.

Weiterhin haben Versuche im Tiermodell ergeben, dass OPC die insulinproduzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse schützen und auch die Ausschüttung des GLP-1 Hormons im Darm verstärken, das wiederum die Beta-Zellen schützt und ihre Teilung anregt. Beta-Zellen sind bei Menschen mit Diabetes häufig beeinträchtigt und stehen unter Stress.

OPC Einnahme und Dosierung

OPC wird in der Regel in einer Dosis von 200 bis 400 mg eingenommen bis hin zu einer maximalen Dosis von 1000 mg täglich. Nebenwirkungen sind bei dieser Dosierung keine bekannt. Anwendungszeiträume in den Studien betrugen von 1 Monat bis hin zu 2 Jahren. Da OPC in verschiedenen Lebensmitteln vorkommt ist es kein Medikament und kann über längere Zeiträume eingenommen werden.

QUELLENHINWEIS: Fotolia – ExQuisine

 

DISCLAIMER: Diese Informationen sind keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.

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