Götter wurden zu »Gott« – Wie das Christentum die Bibel verfälschte

Götter wurden zu »Gott« – Wie das Christentum die Bibel verfälschte

Michael Grandt

Das Christentum wurzelt in weit älteren Religionen, die an mehreren Göttern ausgerichtet waren. Die moderne Kirche lehrt allerdings einen radikalen »Ein-Gott«-Glauben und verheimlicht die astronomischen Wurzeln des Christentums.

Nach dem 1. Buch Mose wurde die Erde von mehreren Göttern erschaffen

Das 1. Buch Mose ist auch das erste Buch der hebräischen und christlichen Bibel. Der erste Vers wird gewöhnlich wie folgt übersetzt: »Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.«

Das mit »Gott« übersetzte hebräische Wort »Elohim« bezeichnet jedoch eine Mehrzahl.

»Elohim«, in aschkenaisischer Aussprache Elauhim, Eloihim, ist im Tanach, der hebräischen Bibel, der plurale Allgemeinbegriff für »Gott«.

Demzufolge müsste der Vers richtig übersetzt heißen: »Am Anfang schufen die Götter Himmel und Erde.« Die jahrtausendealte esoterische Lehre geht davon aus, dass mit dem Begriff »Elohim« astronomische Gottheiten gemeint waren, die in der christlichen Bibel dann durch den All-Gott ersetzt wurden.

Mose 1,3 lautet: »Das sprach Gott: Es werde Licht! Und es wurde Licht«, authentisch müsste es heißen: »Da sprachen die Götter: Es werde Licht! Und es wurde Licht.« Folgt man wiederum der alten esoterischen Lehre, wird damit der Sonnengott beschrieben und »Elohim« ist der Sammelbegriff für die sieben »Geister Gottes«. Diese »Geister Gottes« wirkten zusammen als Sonnengott, wie er in der Offenbarung des Johannes (4,5) beschrieben wurde.

Gemeint sind damit die in der hebräischen Tradition stehenden »sieben Kräfte des Lichts«; die die Römer als Sonnengott, der von sieben Strahlen umgeben war, darstellten und im ägyptischen Totenbuch als die »Sieben Geister des Ra« bezeichnet wurden.

Bibelforscher, die nicht mit der alten esoterischen Lehre konform gehen, versuchen die Diskrepanz zwischen dem Singular und Plural des Gottesbegriffes zu erklären: Sie gehen davon aus, dass mit dem Wort »Elohim« nicht eine Mehrzahl gemeint war, sondern ein »pluralis maijestatis«, also die Bezeichnung der eigenen Person im Plural als Ausdruck der Macht und das Sprechen für seine Untertanen.

Frühe christliche Exegeten deuteten die Pluralform des Wortes »Elohim« als versteckten Hinweis auf Gottes Dreieinigkeit.

Doch diese Begründungen scheinen ins Leere zu laufen, wenn man auch die astronomischen Wurzeln der christlichen Religion in die Betrachtung mit einbezieht.

Kirchen wurden an heiligen Stätten erbaut

Die meisten christlichen Kirchen, von der Kathedrale von Chatres über den Petersdom in Rom bis hin zu den unzähligen kleinen Pfarrkirchen auf der ganzen Welt wurden an ehemals heiligen Stätten erbaut: an geweihten Quellen, Höhlen, Tempeln und Mysterienschulen.

Erkenntnisse aus der Archäoastronomie bekunden, dass sich diese eingeweihten Orte stets nach astronomischen Phänomenen orientierten. Auch sind alle christlichen Kirchen nach den Sternen ausgerichtet: Am Tag des Heiligen, dem sie geweiht sind, zeigen sie gewöhnlich genau nach Osten.

Alle hohen christlichen Feiertage sind nach astronomischen Gesetzen bestimmt. So ist etwa Weihnachten der erste Tag nach der Wintersonnenwende, wenn der Aufgangspunkt der Sonne erstmals wieder rückläufig ist, oder Ostern der erste Sonntag, der auf den Vollmond an oder nach der Frühlings-Tagundnachtgleiche folgt.

Menschen früherer Zeiten erkannten Götter

Seit jeher waren die Menschen von Wandelsternen fasziniert, die über den Himmel ziehen. Sie waren auch davon ergriffen, dass alle diese Sterne zumeist in gleicher Richtung über eine Bahn wandern, die die Erde wie ein Band kreisförmig in Ost-Westrichtung umschließt. Die Wissenschaft nennt diese Bahn Ekliptik. Die Menschen in früherer Zeit verstanden die Planetenbahn als Himmelsdamm und in den Sternen erkannten sie Götter.

Die Sonne spielte dabei eine wichtige Rolle, denn die beiden Punkte, an denen die Sonnenumlaufbahn den Äquator kreuzt, bilden den Frühlings- und Herbstanfang. Demnach bildet die Ekliptik, bildlich gesprochen, einen Kreis, der sich in vier gleiche Sektoren, den vier Jahreszeiten teilt. Die Übergänge zu den Jahreszeiten galten als die vier heiligen »Stationen« im Jahreslauf der Sonne.

Der Astrologe Hajo Banzhaf hat diese »Stationen« analysiert: »Vor 5.000 Jahren, als diese Symbolik vom Himmel abgelesen wurde, stand die Sonne an diesen heiligen Tagen in den Tierkreiszeichen, die zu Symbolen für die vier Hüter des Himmels wurden, für die Wächter der vier Winde, die Träger der Horizonte und zu den vier Cherubim, den Trägern des göttlichen Throns oder des himmlischen Altars.«

Bibelpassagen lassen sich als Handlungen von Göttern verstehen

Das moderne Christentum vernachlässigt diese Tatsachen und missachtet, was Bibelforscher zwischenzeitlich einräumen: Viele Abschnitte der Heiligen Schrift sind als Verweis auf astronomische Gottheiten zu deuten. So lassen sich viele Bibelpassagen als Handlungen von Göttern der Sterne und Planeten verstehen.

Eine zentrale Rolle dabei spielen die bereits angesprochenen vier Cherubim. Als »Cherubim« (Hebräisch cherub, כרוב; Plural cherubim, כרובים) wurden im Alten Orient und im Alten Testament geflügelte Fabelwesen, zumeist mit Tierleib und Menschengesicht bezeichnet.

In der Bibel sind Cherube Engel von hohem Rang und finden über 90 Mal Erwähnung: Zuerst in der Genesis, also der Schöpfungsgeschichte, wo sie nach dem Sündenfall und der Vertreibung von Adam und Eva den weiteren Zugang zum Paradies versperrten und damit den Baum des Lebens für Menschen unerreichbar machten.

Die Cherubim sind in der esoterischen Lehre aber große spirituelle Wesen, die hinter vier der zwölf Sternbilder des Tierkreises stehen (siehe Tabelle oben). Alle großen Weltreligionen werden von dieser symbolischen »Viergruppe« durchzogen.

Götter werden zum All-Gott

 

Manche Forscher nehmen an, dass die polytheistische Götterriege im Alten Testament einfach zu den Cherubim wurde, weil sie zu den monotheistischen Vorstellungen des Christentums nicht mehr passte. So wurde der Schöpfergott, der einem Pantheon vorstand, zum einzigen »Allgott«, der dann die wichtigsten Attribute der anderen Götter in sich vereinte.

Damit wandelten sich die ehemals verschiedenen Götter der Planeten und Gestirne zu den Cherubim, die gleich waren und nur eine Aufgabe hatten: Den einzigen All-Gott zu begleiten, seine Pracht herauszustellen und schließlich im Neuen Testament zu Engeln zu werden.

In Wahrheit spricht die Bibel aber von »Göttern«.

Sonntag, 21.12.2008

Kategorie: Allgemeines, Gastbeiträge, Enthüllungen, Wissenschaft

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