Depressionen und Angstzustände: Die Schilddrüse kann schuld sein

Beitrag vom Zentrum der Gesundheit

Depressionen und Angstzustände: Die Schilddrüse kann schuld sein
© istockphoto.com/Tom Merton

Depressionen und Angstzustände zählen weltweit zu den häufigsten psychischen Störungen. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2016 mehr als 260.000 depressive Patienten sowie Angst-Patienten stationär in Kliniken behandelt. Meist erhalten die Betroffenen eine Psychotherapie sowie angstlösende Medikamente oder Antidepressiva. In einer Studie von 2018 jedoch zeigte sich, dass Depressionen und Angstzustände auch von einer kranken Schilddrüse verursacht sein könnten – was leider häufig übersehen wird.

Zusammenhang zwischen Depressionen, Ängsten und der Schilddrüse entdeckt

Viele Menschen leiden an Depressionen und Angstzuständen – und auch chronische Schilddrüsenbeschwerden sind auf dem Vormarsch, insbesondere die chronische Schilddrüsenentzündung Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung, die etwa 10 Prozent der Bevölkerung betreffen soll.

Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Uniklinik Bonn entdeckten nun gemeinsam mit Dr. Teja Wolfgang Grömer, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Bamberg einen deutlichen Zusammenhang beider Problematiken.

Bei Depressionen und Angstzuständen ist oft die Schilddrüse krank

„Seit vielen Jahren werde ich von Hunderten von Patienten aufgesucht, die an Depressionen und Angstzuständen leiden“, erklärt Dr. Grömer.

„Ende 2015 dann entdeckte ich einen deutlichen Zusammenhang zwischen der autoimmunen Thyreoiditis und Depressionen bzw. Angstzuständen. Besonders auffällig war der Zusammenhang bei Personen, die an Depressionen und Angstzuständen gleichermassen litten. Ich stellte fest, dass mehr als die Hälfte aller Patienten mit Depressionen und Angstzuständen auch erhöhte Antikörperwerte aufwies, ein Hinweis für eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Ich entschied, die Angelegenheit intensiver zu erforschen.“

40 Prozent aller Depressiven hat eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung

In der entsprechenden Metastudie werteten die Forscher 21 unabhängige Studien aus, die insgesamt an über 36.174 Teilnehmern durchgeführt wurden. 35.168 davon litten an Depressionen, 34.094 an Angstzuständen.

Es zeigte sich nun, dass Patienten mit einer autoimmunen Thyreoiditis (AIT) 3,5-mal häufiger an einer Depression litten und 2,3-mal häufiger an Angstzuständen als Patienten, die keine Schilddrüsenentzündung hatten. Das bedeutet, dass 40 Prozent aller Depressiven und 30 Prozent aller Patienten mit Angstzuständen gleichzeitig AIT-Patienten waren.

Erkennt ein Arzt diesen Zusammenhang, kann er ganz anders therapieren. Im Vordergrund steht dann die Schilddrüsenerkrankung und nicht mehr unbedingt die Depression oder die Ängste. Denn sobald die Thyreoiditis unter Kontrolle ist, gehen natürlich auch die psychischen Beschwerden zurück.

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QUELLENHINWEIS: Zentrum der Gesundheit

 

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