Beitrag auf  ”Zentrum der Gesundheit

Infektionen mit dem Norovirus werden meist durch Fäkalien ausgelöst. Diese sind häufig sogar in Lebensmitteln und noch häufiger im Trinkwasser enthalten. Bisher wurden verschiedene Norovirus-Spezies beim Menschen sowie bei Rindern und Schweinen entdeckt. So ist es normal, dass in allen Gewässern Viren vorkommen. Die vielfach veraltete Technik der Wasserwerke sind jedoch häufig nicht in der Lage, Viren ausreichend zu filtern.

Erhöhte Infektionsgefahr im Winter

Zudem bleiben Noroviren in kälterem Wasser länger ansteckend als in wärmerem Wasser. Dabei folgen die Noroviren dem Verlauf der Kälte, die sich in den Wasserleitungen ausbreitet. Lebensmittel zum Beispiel haben das ganze Jahr über dieselbe Temperatur, doch nicht so Wasserleitungen. Das Trinkwasser erreicht sein Temperaturminimum im Februar. Demzufolge wird die Norovirus-Infektion durch das Trinken von Leitungswasser ausgelöst, bevor sie sich in Gemeinschaftseinrichtungen ausbreiten kann.

Auch die H5N1 Viren der Vogelgrippe können mit dem Trinkwasser übertragen werden. Einer epidemiologischen Analyse zufolge wird mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar die saisonal bedingte Influenza durch das Trinkwasser übertragen und ausgelöst.

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Fäkalien im Trinkwasser

Sind Wasserwerke noch mit der üblichen veralteten Technik ausgestattet, so können sie Krankheitserreger nicht ausreichend filtern oder abtöten. Aus diesem Grund enthält das Trinkwasser in Deutschland sehr häufig Fäkalien mit Bakterien, Parasiten und Viren.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit warnt: “Grenzwertüberschreitungen bei Fäkalkeimen der Trinkwasserverordnung sind in 25%, im Sommer sogar in 33% der Trinkwasserproben. Im Grund- und Trinkwasser Bayerns werden regelmäßig Legionellen nachgewiesen.”

Das wird sich andernorts in Deutschland kaum anders verhalten. Das Umweltbundesamt UBA veröffentlichte bereits im März 2007 die Tatsache, dass seit dem Inkrafttreten der neuen Trinkwasserverordnung häufigere Grenzwertüberschreitungen bei coliformen Bakterien berichtet werden.

Bakteriennachweis wurde mehrfach erbracht

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung berichtete 2007 über eine stabile und aktive Bakterienpopulation im Trinkwasser der Harzwasserwerke in Braunschweig Professor Dr. med. Martin Exner vom Hygiene-Institut der Universität Bonn und Vorsitzender der Trinkwasserkommission von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, hatte im aufbereiteten Trinkwasser aus verschiedenen Talsperren mehrfach Enterobacter cloacae nachgewiesen.

Bei Berliner Trinkwasseraufbereitungsanlagen konnte das UBA nachweisen, dass dort eine im Mittelwert um 10.000fach geringere Virusinfiltration vorliegt als die eltgesundheitsorganisation WHO für Oberflächenwasser seit dem Jahr 2004 fordert. Das Staatliche Veterinäruntersuchungsamt Krefeld hat in fertig aufbereiteten Trinkwässern aus der Region Aachen humane Rotaviren mit einer Positivenrate von 20% nachgewiesen.

Stärkere Filtration des Trinkwassers ist unverzichtbar

Nur durch Ultrafiltration können Viren zuverlässig aus dem Trinkwasser gefiltert werden. Die dafür zusätzlichen Kosten betragen zirka 50 Cent pro Person und Monat. Eine vorausschauende Gesundheitspolitik sollte in der Lage sein, Infektionsketten zu durchbrechen.

Durch eine flächendeckende Ultrafiltration könnten die Kosten im Gesundheitswesen, die Lohnnebenkosten und die Ausfallzeiten an Arbeitsplätzen erheblich reduziert werden. Die höheren Kosten für die Filtration des Trinkwassers würden sich also sehr bald amortisieren, da viele Infektionen durch ungenügend gereinigtes Trinkwasser übertragen werden.

QUELLE: Zentrum der Gesundheit


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Kommentare

  • Geschrieben von Dipl. Ing. Wilfried Soddemann am 23. November 2009.

    Die mit der neuen H1N1 Schweinegrippe Infizierten scheiden zu 35% Viren mit Erbrochenem und/oder Durchfall aus. Damit ist der Weg Abwasser – Gewässer – Trinkwasser – Mensch gegeben:

    Influenza: Primäre Übertragung durch biotische Tröpfcheninfektion unwahrscheinlich – Abiotische Übertragung durch Trinkwasser?

    Dr. med. Alexander Mauckner, Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann

    Kontakt:
    Bauassessor Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann
    Ltd. Regierungsbaudirektor a.D.
    Mühlenstraße 5b
    48351 Everswinkel
    eMail: soddemann-aachen@t-online.de
    http://sites.google.com/site/trinkwasservirenalarm/Trinkwasser-Viren

    Die primäre Übertragung der Influenza durch die biotische Tröpfcheninfektion ist unwahrscheinlich weil Influenza-Epidemien

    • nur in 9% der Fälle (Saison 2004/2005) zusammen mit erkannten Häufungen auftreten.
    • virologisch örtlich singulär auftreten (Influenza-Subtypen und Feintypisierung).
    • geographisch örtlich singulär auftreten.
    • nicht vorrangig in Großstädten und Ballungsgebieten nachgewiesen werden.
    • überwiegend in den kälteren Regionen Deutschlands auftreten.
    • ihre Maxima regelmäßig in bestimmten Kreisen/kreisfreien Städten erreichen.
    • streng parallel zur Ganglinie der winterlichen Kältesumme verlaufen.
    • sich kaum durch Speicheltröpfchen ausbreiten können. Speichel enthält weit weniger Influenzaviren als der – schwerere – Schleim aus Rachen und Nase.

    Fakten
    Influenza-Endemien treten in geringem Umfang zusammen mit erkannten Häufungen auf (9% der Fälle in der Saison 2004/2005) (RKI 2006).

    Influenza-Endemien treten virologisch örtlich singulär auf (Influenza-Subtypen und Feintypisierung) (AGI 2007).

    Influenza-Endemien verlaufen auch geografisch örtlich singulär. Sie werden nicht vorrangig in Großstädten und Ballungsgebieten nachgewiesen. Sie treten überwiegend in den kälteren Regionen Deutschlands auf (Osten mit im Winter kaltem kontinentalem Klima, Südosten, Höhenlagen) (RKI 2007). Sie erreichen ihre Maxima regelmäßig in bestimmten Kreisen/kreisfreien Städten (absolute Spitzenreiter: Frankenthal, Worms, Landkreis Stollberg) (RKI 2007).

    Influenza-Endemien können sich kaum durch Speicheltröpfchen ausbreiten. Speichel enthält weit weniger Influenzaviren als der wesentlich schwerere Schleim aus Rachen und Nase (ANONYM 2003) (GOLDMANN 2001).

    Humane Influenzaviren konnten in den Ausscheidungen von Säugetieren wie Schweinen (fäkal und oronasal), Wildscheinen (fäkal und oronasal), Rindern und Ziegen nachgewiesen werden, so dass grundsätzlich der Übertragungsweg aus der Umwelt über die Gewässer und das Trinkwasser möglich ist (BROWN 2004) (GRAVES et al. 1975) (KADEN et al. 2001) (KAWAOKA et al. 1986) (LANDOLT et al. 2003) (MARKOWSKA-DANIEL et al. 1999) (RKI 1999) (VICENTE et al. 2002) (WEBSTER 1998) (ZHOU et al. 1996) (ZIMMERMANN 2001). Mit ziemlicher Sicherheit werden zukünftig noch weitere mit Influenza A infizierte Tierarten entdeckt (WEBSTER 1998).

    Entfernung und Inaktivierung von Viren bei der Trinkwasseraufbereitung
    Trinkwasser wird in Deutschland oft nicht oder nur grob gefiltert. Die sehr kleinen Viren werden dabei nicht sicher entfernt. Zur Grundwasseraufbereitung weit verbreitete Filtrationsanlagen zur Entfernung von Eisen- und Mangan besitzen hinsichtlich der Elimination von Viren keine Wirkung (WHO 2004). Selbst die in Deutschland als besonders leistungsfähig geltenden Anlagen zur Flockung und Filtration können, auch unter Berücksichtigung der gebräuchlichen Desinfektionsverfahren, deren Effizienz mit sinkender Wassertemperatur abnimmt [Chlorung und Ozonbehandlung] und die bei im Wasser verklumpten Mikroorganismen nur eingeschränkt wirksam sind [Chlorung, Ozonbehandlung und UV-Bestrahlung], die von der WHO geforderten Eliminations- und Inaktivierungsleistungen (WHO 2004) nicht erreichen.

    „Kühlkette der öffentlichen Trinkwasserversorgung“
    Die Kälte ist mit Abstand der wichtigste Parameter zur Konservierung virulenter Influenzaviren im Wasser. Das Temperaturminimum des Talsperrenwassers in Deutschland beträgt während der Monate Januar und Februar 3-4°C. Flusswasser hat sein Temperaturminimum ebenfalls im Januar und Februar eines jeden Jahres. Oberflächennahes Grundwasser hat in Deutschland an der Grundwasseroberfläche – analog zum Boden in 100 cm Tiefe – sein Temperaturminimum von etwa 3°C im Februar und März. Auch aus Brunnen größerer Tiefe entnommenes Grundwasser kann bei mangelhafter Abdichtung zwischen den Brunnenrohren und dem umgebenden Gestein durch Zutritte von Oberflächenwasser beeinflusst und deshalb kälter als das tiefere Grundwasser sein. Bachschwinden, aus denen Oberflächenwasser auf kurzen Wegen zu den Brunnen gelangt, kann die gleiche Wirkung haben. Uferfiltrat aus Brunnen, die nahe dem Ufer von Oberflächengewässern gebohrt wurden, nimmt die Temperatur des im Winter kalten Oberflächenwassers an. Gleiches gilt für Brunnen, aus denen mit Oberflächenwasser angereichertes Grundwasser gefördert wird. Die Erdbodentemperaturen in einem Meter Tiefe entsprechen den Temperaturen der in den Böden frostfrei verlegten Trinkwasserleitungen. Die Temperaturminima der Erdbodentemperaturen in 100 cm Tiefe betragen in Deutschland während der Monate Februar und März 3-5°C (DWD, 2007). Die Temperaturen der Trinkwasserleitungen und des in ihnen transportierten Trinkwassers gleichen sich den Erdbodentemperaturen an. Im Winter kaltes Rohwasser bleibt in den Trinkwasseraufbereitungsanlagen und nach der Aufbereitung zu Trinkwasser in den Wasserbehältern und Wasserleitungen bis zum Hausanschluss der Verbraucher kalt. Das Temperaturminimum des Trinkwassers am Hausanschluss folgt insbesondere dem Verlauf der Kälte im Boden und in den Wasserleitungen. Es stellt sich in den Monaten Februar und März ein. Das kalte Trinkwasser wird erst in den Wohnungen an den Wasserhähnen mit warmem Wasser aus der Hausinstallation gemischt. Damit ist die durchgängige „Kühlkette der öffentlichen Trinkwasserversorgung“ von der Wassergewinnung bis zu den Verbrauchern mit einer Trinkwassertemperatur von etwa 4-5°C in den Monaten Februar und März eines jeden Jahres beschrieben. Kaltes, junges, frisch durch Influenzaviren kontaminiertes Trinkwasser, entnommen aus Oberflächengewässern und schlecht geschützten oberflächennahen Grundwässern sowie aus Karstgrundwasserleitern, kann das abiotische Vehikel sein, das im Winter virulente Influenzaviren bei 4-5°C konserviert und über die durchgängige „Kühlkette der öffentlichen Trinkwasserversorgung“ zu den Menschen transportiert.

    Übertragungswege des Trinkwassers
    Infektionen durch Trinkwasser werden nicht allein durch das Trinken des Wassers übertragen. Weitere Übertragungswege sind das Einatmen von Aerosolen und der Kontakt mit dem Trinkwasser. Eintrittspforten beim Menschen sind die Augenbindehaut, die Nasenschleimhaut, die Mundschleimhaut, die Ohrtrommelfellmembran, Wunden und durch Katheter berührte sonstige Schleimhäute und Gefäßendothelien.

    Schlussfolgerungen
    Die primäre Übertragung der Influenza durch die biotische Tröpfcheninfektion ist schon wegen der strengen Abhängigkeit von Umwelttemperaturen extrem unwahrscheinlich.

    Die Influenza muss durch ein zur Ausbreitung von Infektionen mit zunehmender Kälte zunehmend effizientes abiotisches Vehikel übertragen werden. Deshalb muss für die Übertragung der Influenza nach von der Kälte abhängigen abiotischen Vehikeln gesucht werden. Trinkwasser ist ein solches abiotisches Vehikel.

    Die dargelegten Hinweise und Indizien zeigen, dass kaltes Trinkwasser dasjenige abiotische Vehikel sein kann, mit dem virulente humanpathogene Influenzaviren von den Reservoiren zum Menschen gelangen und überwiegend auf diesem Weg die saisonalen Influenza-Endemien auslösen. Das gilt in besonderem Maße auch für die neue H1N1 Influenza, bei der 38% der Erkrankten Erbrochenes und/oder Durchfall ausscheiden, sowie die lebensgefährliche H5N1 Vogelgrippe, deren fäkale Übertragung unstreitig ist.

    Nachweise
    AGI (2007): Arbeitsgemeinschaft Influenza http://influenza.rki.de/agi
    ANONYM (2003): Understanding Sars and other Respiratory Infections May 2003.
    http://www.ifh-homehygiene.org/2003/2downloadabledoc/SARS.pdf
    BROWN (2004): Influenza Virus Infections of Pigs, Part 1: swine, avian & human influenza viruses. http://www.pighealth.com/influenza.htm ; Part 2: Transmission between pigs and other species. Veterinary Laboratories Agency, UK.
    http://www.pighealth.com/influenzaB.htm
    DWD (2007): Deutscher Wetterdienst (DWD), Wetterstation Erfurt-Bindersleben, Erdbodentemperaturen aus 100 cm Tiefe
    GOLDMANN (2001): Epidemiology and Prevention of Pediatric Viral Respiratory Infections in Health-Care Institutions, Children’s Hospital and Harvard Medical School, Boston, Massachusetts, USA, Emerging Infectious Diseases, Special Issue.
    http://www.cdc.gov/ncidod/eid/vol7no2/goldmann.htm
    GRAVES et al. (1975): Human viruses in animals in West Bengal: An ecological analysis, Human Ecology, Volume 3, Number 2 / April, 1975, 105-130.
    http://www.springerlink.com/content/u5408wx5t622ll82/
    KADEN et al. (2001): Gefährliche Verwandtschaft. Schwarzwild – ein natürliches Reservoir für Infektionserreger und Ansteckungsquelle für Hausschweine? Bundes-forschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere: Forschungsreport 1/2001: 24-28.
    http://ticker-grosstiere.animal-health-online.de/20010902-00002/
    KAWAOKA et al. (1986): Intestinal replication of influenza A viruses in two mammalian species, Archives of Virology, Volume 93, Numbers 3-4 / December, 1987, 303-308.
    http://www.springerlink.com/content/g352726672xj5703/
    LANDOLT et al. (2003): Comparison of the Pathogenesis of Two Genetically Different H3N2 Influenza A Viruses in Pigs, J Clin Microbiol. 2003 May; 41(5): 1936–1941.
    http://www.pubmedcentral.nih.gov/articlerender.fcgi?tool=pmcentrez&rendertype=abstract&artid=154671
    MARKOWSKA-DANIEL et al. (1999): Seroprevalence of influenza virus among wild boars in Poland. National Veterinary Research Institute, Swine Diseases Departement, Pulawy, Poland. http://www.medwet.lublin.pl/Year%201999/vol99-05/art222-98.htm
    RKI (1999): Robert Koch-Institut (RKI) Merkblatt für Ärzte Influenza – Verhütung und Bekämpfung (Stand 1999).
    http://www.gapinfo.de/gesundheitsamt/alle/seuche/infekt/viru/grippe/mba/index.htm
    RKI (2006): Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2005, Datenstand: 1. März 2006)
    RKI (2007): Robert Koch-Institut Berlin, RKI, Datenbank der nach Infektionsschutzgesetz meldepflichtigen Infektionskrankheiten in Deutschland; http://www3.rki.de/SurvStat/
    VICENTE et al. (2002): Antibodies to selected viral and bacterial pathogens in European wild boars from southcentral Spain. J Wildl Dis. 38(3): 649-52.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=12238391&dopt=Abstract
    WEBSTER (1998): Influenza: An Emerging Disease. Emerging Infectious Diseases 4(3). http://www.cdc.gov/ncidod/eid/vol4no3/webster.htm
    WHO (2004): World Health Organization (WHO), 2004, Guidelines for drinking-water quality, 3rd Ed., http://www.who.int/water_sanitation_health/dwq/gdwq3/en/print.html
    ZHOU et al. (1996): Influenza infection in humans and pigs in southeastern China, Archives of Virology, Volume 141, Numbers 3-4 / March, 1996, 649-661.
    http://www.springerlink.com/content/p220471r1r337521/
    ZIMMERMANN (2001): Krankheiten des Schweines. Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Bern, Vorlesungsskript: 49-51.
    http://www.vetmed.unibe.ch/studvet/download/year4/Erkr%20der%20Schweine_Skript_WZimmermann_234JK_WS0102_081101.pdf

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