Beitrag aus dem WDR Fernsehen

Dass bei eher harmlosen „Wehwehchen“ eine Therapie mit Medikamenten manchmal überflüssig ist, leuchtet ein. Aber kann es auch bei schweren Erkrankungen ein „Zu viel des Guten“ geben, mit Schaden für die Patienten? Sogar bei Krebs?

Tatsächlich haben einige Untersuchen gezeigt, dass gerade die Krebstherapie unter Umständen ein zweischneidiges Schwert sein kann. Beispiel Prostatakrebs: Ein internationales Forscherteam sammelte kürzlich von 300 verstorbenen, männlichen Organspendern die Vorsteherdrüsen oder Prostata. Es waren Organspender, die durch Unfall, Selbstmord oder Herztod ums Leben gekommen waren. Im Prostatagewebe fahndeten die Forscher dann nach Tumoren.

Das verblüffende Ergebnis: In jeder dritten Prostata steckte ein Tumor, wenn die Männer zwischen 60 und 69 Jahren alt waren. Und bei den über 70-Jährigen sogar in jeder zweiten. Hätten Ärzte also eine Früherkennungsmethode mit hoher Präzision in den Händen, könnten sie auf einen Schlag ein Drittel aller 60-Jährigen zu Krebspatienten machen. Obwohl am Ende nur wenige tatsächlich an ihrem Krebs sterben würden.

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Wie wichtig sind Medikamente bei Alltagskrankheiten?

Jeder Deutsche geht im Schnitt 16-mal pro Jahr zum Arzt. In den meisten Fällen sind die Erkrankungen nicht ernsthaft und bedrohlich, sondern eher harmlos.

Doch kaum ein Arzt sagt einem Patienten offen und ehrlich: Es ist besser, man tut nichts und wartet ab.

Nicht zuletzt, weil Patienten häufig der Auffassung sind, zu einem erfolgreichen Arztbesuch gehöre zumindest die Mitnahme eines Rezepts. Und weil auch Ärzte vielfach die Wirksamkeit der verschriebenen Arzneien bei gängigen Alltagskrankheiten überschätzen.

Was passiert eigentlich, wenn man bei Husten, Schnupfen oder Rückenschmerz erst einmal abwartet? Wie sind die natürlichen Verläufe solcher Krankheiten, wenn man sie nicht behandelt? Welche Arzneien sind bei Alltagskrankheiten zu empfehlen, welche sind überflüssig, welche können sogar gefährlich werden und die Gesundheit massiv schädigen?

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Quelle: WDR Fernsehen






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